Der nackte Wahnsinn - das Stück

"Der nackte Wahnsinn" zeigt eine Theatertruppe bei dem Versuch, Ordnung in das Chaos einer Aufführung zu bringen. Alle diese Bemühungen erhöhen die Verwirrung und die kleinen Probleme verknoten sich zu einem großen, scheinbar unentwirrbaren Knäuel.

"Von hinten war es komischer als von vorne", befand der Autor Michael Frayn, als er von der Seitenbühne aus eines seiner erfolgreichen Stücke sah. Er schrieb daraufhin eine raffiniert konstruierte, turbulente Farce voller Tempo, Irrwitz und Chaos.

Da spielt einer jemanden, der jemanden spielt, weil jemand, der jemanden spielt, gerade eben jenen jemand nicht spielt. Aber nur im 1. Akt. Im 1. Akt hingegen spielen drei jemanden, die jemand spielen, weil die, die jemanden spielen, eben grade jenen jemand nicht spielen. Alles klar?

Aber man kann auch mal kurz verschnaufen: zwischen dem 1. und dem 1. Akt. Der 1. und der 1. Akt der turbulenten Komödie von Michael Frayn über das Theater (vor und hinter den Kulissen) hingegen läuft ohne Pause durch. Tür auf, Tür zu, Beziehungsdramen auf und hinter der Bühne, jede Menge Taschen und immer wieder Sardinen! Und das drei Akte lang. Ein rasanter Spaß von der Generalprobe bis zur 193sten Vorstellung.

 

Der Autor

   
 

Michael Frayn, geboren am 8.11.1933 in Mill Hill, einem Londoner Vorort, studierte Romanistik und Russich am Kingston Grammar und am Emmanuel College in Cambridge, später Philosophie. Nach einer beruflichen Laufbahn als Journalist begann er in den 70er Jahren für Theater und Fernsehen Stücke zu schreiben und übersetzte Tschechow und Anouilh.

Seinen internationalen Durchbruch erlebte Frayn 1982 mit der Farce "Der nackte Wahnsinn" bzw. "Noises Off". Die raffiniert konstruierte, turbulente Komödie, deren Gegenstand die Farce selbst ist, wurde auch auf deutschen Bühnen vielfach nachgespielt, meist unter dem Titel "Was wird hier gespielt?".

 

Der Regisseur

   
 

Ulrich Poessnecker macht gern ein Geheimnis um sein genaues Alter. Er wurde "vor über fünf Dekaden" in Nordrhein-Westfalen geboren, aufgewachsen ist er in Hessen und Bayern.

Er studierte Bildende Kunst, Kunstgeschichte, Publizistik und Pädagogik. Seit 1978 arbeitet er als Kunst- und Theaterpädagoge. Mitte der 80er Jahre begann er Bühnenbilder zu gestalten, seit 15 Jahren arbeitet er als freier Regisseur und gestaltet Theaterworkshops. Ulrich Poessnecker ist Leiter und Regisseur von professionellen Schauspielgruppen, Amateurtheatern, Jugendgruppen und einer Kabarettgruppe.

Weiterhin ist er seit sechs Jahren für das Hessische Kultusministerium tätig und hat 2004 seine erste kunstgeschichtliche Publikation veröffentlicht.

Auswahl der Regiearbeiten:

  • Eugène Ionesco, Die Unterrichtsstunde
  • Alexander Wampilow, Letzter Sommer in Tschulimsk
  • Carlo Goldoni, Viel Lärm in Chiozza, Das Kaffeehaus
  • Ferdinand Raimund, Die gefesselte Phantasie
  • Peter Turrini, Der tollste Tag
  • Georg Büchner, Leonce und Lena
  • Peter Weiss, Marat / De Sade
  • Aristophanes, Lysistrate.
  • Ursula Krechel, Ich glaub mich tritt ein Meerschwein (Dt. Uraufführung)
  • Gerardjan Rijnders, Silikon
  • Karst Woudstra, Ein schwarzer Pole
  • Michael Frayn, Der nackte Wahnsinn (2005, Heftrich).