Mensch ärgere Dich nicht

Eine fast kriminelle Komödie von Florian Battermann

In der Seniorenresidenz Sonnenblick leben die Bewohner ihren beschaulichen Alltag: Der pensionierte Offizier von Rottow hängt alten Schlachten nach, der Schauspieler Beckmann schwärmt von seiner Karriere und die Damen Klingenberg und Paul genießen die Rosen im Garten, stricken, lesen und naschen Pralinen – und gemeinsam wird ab und zu eine Partie "Mensch ärgere dich nicht" gespielt. Derzeit proben sie für das diesjährige Weihnachtsfest "Romeo und Julia" unter der Regie Beckmanns, der gleichzeitig den Romeo gibt und so zarte Bande zu Frau Paul, seiner Julia, spinnt.

Ihrer Lebensabend könnte so angenehm verlaufen, wäre da nicht der Pfleger Max. Der kommandiert die Bewohner herum; er präsentiert zum täglichen Kaffee den immer gleichen faden Topfkuchen und stiehlt den Damen ihre Pralinen. Als er dann schließlich von Rottows Enkelin Tina – die die Bewohner mit verbotenen Schätzen wie Himbeergeist und Sahnetorte versorgt – auf übelste Weise bedrängt, ist das Maß voll: jeder der Bewohner hat Grund, Max weit weg zu wünschen – was heißt, unter die Erde! Ein Mordkomplott wird geschmiedet. Mit Hilfe Frau Pauls gründlicher Kenntnis der Kriminalliteratur fassen die Verschwörer einen Plan: als Köder sollen vergiftete Pralinen Max locken, nach deren Verzehr soll er im Garten aufgeknüpft werden, ein fingierter Abschiedsbrief soll alle Vermutungen auf Selbstmord lenken.

Am nächsten Morgen sieht man tatsächlich Max im Garten baumeln. Prompt taucht Tina auf und benachrichtigt die Polizei. Die "Täter" bekommen Angst vor Enttarnung. Doch da machen sie eine seltsame Entdeckung: es fehlt keine der vergifteten Pralinen. Wie ist Max nur gestorben? Sein schwaches Herz? Tatsächlich Selbstmord?

Letztlich ist es egal, solange man ihn nur los ist. Und schon klingelt es an der Tür: Max' Kollege, der ihn ursprünglich für die Dauer einer Kur vertreten sollte, erscheint und beschließt, Max gleich für immer zu ersetzen. Das Problem ist nur: er ist nicht nur ein Ebenbild des verstorbenen Max, er hat auch noch als Einstandsgeschenk ausgerechnet einen faden Topfkuchen mitgebracht. So versuchen die Bewohner, seine Sympathie durch zufällig gerade vorhandene Pralinen zu gewinnen ...

 

Der Autor

 

Florian Battermann, der Theatermacher Der "Theatermacher", wie er sich selbst bezeichnet, wurde 1973 in Hannover geboren. Er studierte Germanistik und Geschichte und anfangs auch Theologie. Beendete das Studium mit seinem Magister. Noch während des Studiums nahm er Schauspielunterricht und wurde ans Neue Theater Hannover als Regieassistent und Schauspieler verpflichtet. Seine erste Inszenierung absolvierte er 1999 an der Komödie Kassel. Bislang folgten zahlreiche Engagements als Regisseur und Schauspieler in ganz Deutschland. Von 2000 bis 2003 arbeitete er als stellvertretender Theaterleiter am Kleinen Theater Bad Godesberg, bevor er im Herbst 2003 in Braunschweig die Komödie am Altstadtmarkt eröffnete. Mit dem Stück "Der Hund von Baskerville" nahm sich Florian Battermann eines klassischen Kriminalstoffs an und adaptierte ihn für die Bühne.