Heftricher Spiegel
Seite 5
Januar 2007
"Mein Name ist Hase"
Spritzige Kiminalkomödie vom Theater Heftrich
Familienfrieden. Die betagte Lebens­künstlerin Olga liebt die schönen Dinge des Lebens, solange sie nur männlich sind und über ein ausreichendes Ein­kommen verfügen. Zornfried, der skurrile Gründer des Sankt Nothart-Ordens, weist allen Mitmenschen den Weg in ein besseres Leben - gegen Bares. Konrad Korg erscheint als Glücksbringer der De­tektei Argwohn und wirft argwöhnisch Licht in dunkle Ecken. Nur Nichte Chris­tine hat den wahren Durchblick und weiß sehr bald wie der "Hase" läuft. Durch die Begegnung mit dem Eindring­ling entstehen eine Unmenge turbulenter Situationen - die heile Welt der Rottwey-lers gerät aus den Fugen und bisher gut gewahrte Geheimnisse drohen ans Licht zu kommen. Ausgerechnet Peppo wird so einiges anvertraut, was seine Situati­on zusätzlich erschwert, muss er doch selbst fürchten enttarnt zu werden. Vol­ler Wortwitz entpuppt die Komödie die Niederungen der Habgier des Einzelnen als Selbstbetrug. Beim "Hasen" bleibt kein Auge trocken.
Unter der gut durchdachten und einfühl­samen Regie von Herbert Schüffl, der auch selbst als Detektiv Konrad Korg auf der Bühne bri- (Fortsetzung auf Seite 6)
Am 22. und 23. Dezember 2006 fanden in der Willi-Mohr-Halle in Heftrich wieder die belibten Theaterabende des Theater Heftrich im Vereinsring Heftrich e.V. statt. Am Premierenabend war der Saal schon sehr früh gut gefüllt und allenthalben spürte man eine große Spannung, wie das Stück "Mein Name ist Hase" der Au­toren Willy Honauer und Peter Lodynski beim Publikum ankommen würde. Das Publikum war für die Auswahl des Stü­ckes im Grunde genommen ja selbst schuld, war dieses Stück, eine Kriminal­komödie, ja aufgrund einer Meinungsum­frage im letzten Jahr ausgewählt wor­den.
Um es gleich vorweg zu nehmen, der Abend war ein voller Erfolg, Schauspie­ler und Schauspielerinnen, die die Freu­de an ihrem Stück in jeder Sekunde an­zumerken war, eine Regie die das Stück
straff und akzentuiert eingeübt hatte und ein begeistert mitgehendes Publikum, was braucht es mehr, um einen schönen Thea­terabend zu erleben.
Um was ging es eigentlich in dem Stück: Die betuchte wie ehrsame Familie Rot-tweyler feiert Silvester. Mitten in die Fest­vorbereitungen der geplagten Hausfrau Dolores schleicht sich der Einbrecher Josef Hase, genannt Peppo. Durch seine char­mante Art gewinnt der Eindringling das Ver­trauen der Einwohner. Diese sind so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie Peppos wahre Interessen zunächst nicht durch­schauen.
Das eifersüchtige Familienoberhaupt Felix ist ein erfolgreicher Unternehmer mit eini­gen zwielichtigen Konten in der Schweiz. Seine Frau Dolores versucht Aufregungen vom herzkranken Felix fern zu halten und bemüht sich um den guten Ruf und den

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(Fortsetzung von Seite 5) -llierte entwi­ckelten wieder einige unserer Heftricher Nachbarn Talente, die ihnen so mancher gar nicht zugetraut hätte. Allen voran als Josef Hase, genannt Peppo, Gero Teufert der seine Rolle als Einbrecher und charmanter Schwindler sehr überzeugend darstellte. Als Herr des Hauses Felix Rottweyler agierte mit Temperament Hauke Moos. Dolores Rot-tweyler, seine kapriziöse Gemahlin wur­de wieder unvergleichlich von Doris Hölz-le dargestellt. Unglaublich, was diese Frau auf der Bühne so anstellt. Ein ebensolcher Bühnenkracher war ohne jeden Zweifel Marcus Moos als Or­densgründer Zornfried Krachlechner. Wie er auf der Bühne einen ganzen Wald mit Vögeln immitiert, war sensationell. Ihm auf der Bühne zuzuschauen ist immer ein Genuss.
Zum erstenmal auf der Heftricher Bühne stand in der Rolle der Christine Kupfer­schuh Eva Hungershausen, die sich nach anfänglicher Nervosität immer bes­ser in ihrer Rolle zurecht fand und gera­de im letzten Akt sehr überzeugend wirk­te. Auch Nana Schulz, die die Rolle der männermordenden Olga Brandt darstell­te, ist mittlerweile aus den Heftricher Theateraufführungen nicht mehr wegzu­denken. Mit Esprit und sichtbarem Spaß an Komik und Klamauk bringt sie immer eine ganz besondere Nuance in das Stück.
Für das sehr gelungene Bühnenbild küm­merten sich Irene Vossberg und Theo Dickhaud, die einen mit ihren geschmckvollen und stimmigen Bühnen­bildern immer wieder überraschen.
Wer sich noch ein bißchen mehr über die Theatergruppe in Heftrich informieren will, dem sei das Internet empfohlen. Un­ter der sehr gut gestalteten Adresse: http://theater-heftrich.de/ findet man weitere nützliche Informationen zu dieser akti­ven Gruppe, die aus dem jährlichen Ter­minkalender in Heftrich gar nicht mehr wegzudenken ist.
Wir wollen hoffen, daß es auch im kom­menden Dezember wieder so vergnügliche Stunden in der Willi-Mohr-Halle zu erleben geben wird. Wir wünschen unseren Schau­spielerinnen und Schauspielern viel Glück!